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DIE REBSORTEN

Jeder Wein erzählt die Geschichte der Erde aus der er stammt und die des Lebens der Menschen, die ihn erzeugen.
Die Weinreben im Anbaugebiet auf dem westlichen Ufer des Gardasees erzeugen die Sorten Valtenesi, Garda Classico Chiaretto/Valtenesi Chiaretto, Garda Classico Groppello und Lugana DOC.

GROPPELLO UND CHIARETTO

Der sandige, kieselsteinhaltige Boden und das Vorkommen des bodenständigen Rebstocks Groppello bestimmt seit jeher die Bedeutung des Valtenesi-Gebiets als idealer Standort für die Erzeugung von Roséweinen.

Groppello – eine dichte Traube mit in sich umschlungenen Beeren, einem Knoten ähnlich (in Mundart „Grop“), ist der eigenste Wein der Gegend. Im Valtenesi sind heutzutage drei Groppello Biotypen vorhanden: der Gentile, der Macasina und der S.Stefano.
Dieser Wein zeichnet sich durch seine glänzende, helle, rubinrote Farbe aus. Er besitzt einen guten Körper mit fruchtiger, würziger Note, der von einem dezenten Säuregehalt unterstützt wird. Er passt ausgezeichnet zu geschmackvollen Vorspeisen, Fleischgerichten jeder Art und Käsesorten mittlerer Reife.

Wenn man die besten Reben sorgfältig auswählt und die Trauben gewissenhaft ausliest, erreicht man manchmal und nach einer Reifezeit von mindestens zwei Jahren einen Wein mit dem Status „Riserva“, ein reichhaltigeres Produkt, intensiv würzig und süß, mit ausreichendem Körper, mit einer ausgezeichneten Geschmacksstärke, vollmundig aber mit einem milden Säuregehalt, die sich gut zu roten Fleischgerichten, zum typischen Spiedo (Spiess) brescianer Art, mit vielen Hauptgängen der lombardischen Küche paart.
Häufig werden Traubenmischungen aus Sangiovese, Marzemino, Barbera dà vita und Garda Classico Rosso verwendet.

Im Jahr 1896 begann der venezianische Adelmann Pompeo Molmenti – Wissenschaftler, Politiker und versierter Agronom, der von seiner Frau 15 Hektar Land in Moniga del Garda mitbekam – den berühmten Wein „Chiaretto“ auf seinem Land nach der althergebrachten Technik “cappello sommerso” (versunkener Hut) anzubauen, .
Diese Methode beruht darauf, die Trauben mit höchster Behutsamkeit zu pressen, danach den Most einige Stunden lang auf den Schalen ruhen zu lassen, um ihm die typische hellrosa Farbe zu verleihen. Aus dieser Herstellungsmethode entstammt die Technik der Roséweinherstellung, die heutzutage benutzt wird, um den „Chiaretto“ herzustellen, den „Wein einer Nacht“.
Traditionsgemäß werden die ersten und die schönsten Trauben der Weinlese des Garda Classico zur Produktion des Chiaretto gewidmet, einem der ersten, der in Italien am 21. Juli 1967 die Auszeichnung „aus kontrolliertem Anbau“ erhielt.

Die modernen Techniken im Weinanbau und insbesondere die sorgfältige Kontrolle der Temperatur im Laufe des Gärungsprozesses ermöglichen die Entfaltung der intensiven und einzigartigen, hauptsächlich aber fruchtig-frischen Düfte dieses Weins.
Schon beim ersten Schluck bemerkt man das besondere samtweiche Gefühl, das auf den reichlichen Alkoholgehalt (bevorzugt durch die Auswahl der besten Trauben und durch die Art der Verarbeitung) zurückzuführen ist. Dies passt gut zu der leicht säuerlichen Mandelnote im Abgang, die auf das Vorhandensein von Salzen hinweist, die der Boden den Reben und den Trauben nur in dieser Gegend abgeben kann .

Aus der Ausgeglichenheit aller Komponenten und aus der Bandbreite der vielfältigen und veredelten Aromen und Geschmäcker entsteht dieser unverwechselbare Roséwein.
Die Eigenschaften des Chiaretto entfalten sich am besten im ersten Jahr nach der Traubenlese, besonders ab Ende Februar bis zu den Sommermonaten.
Dieser Wein wird vorzugsweise bei niedriger Temperatur (10-13 Grad) serviert, eine Temperatur, die besonders in den Sommermonaten Anklang findet. Er ist ein Wein der jedes Gericht begleiten kann, der sich aber bei Vorspeisen, leichten Weißfleischgerichten, Meerfisch und natürlich – traditionsgemäß – Seefisch sein Bestes gibt.

TREBBIANO DI SOAVE (LUGANA)

Der Lugana DOC gilt als typischer Ausdruck der Weintradition auf der brescianischen Ufer des Gardasees. Er wird aus den Reben „Trebbiano di Soave (Turbiana)” gepresst, die zum Erbbild „Verdicchio“ gehören.

Der Weinkunde nach ist diese eine vollwertige Rebsorte: sie erreicht beste Ergebnisse in allen Weinsorten, vom Sekt bis zur Spätlese, und ein außerordentliches Niveau bei stillen Weinen.
Der Lugana zeigt in seiner Jugend blumige und fruchtige Noten mit einer guten Frische und Würzigkeit. Er zeichnet sich durch seinen mandelartigen Abgang aus und zeigt eine gute Langlebigkeit, in dem er kräftige, mineralische Noten von Anis und Trockenblumen mit ausgezeichnenter Struktur und Würze hinzugewinnt.

Ein Wein, der zu Fischgerichten wie Dorade nach napolitanischer Art oder Renke in Majoran serviert wird.